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    <title>Aufstand des Verstandes (Rubrik:Buchrezensionen)</title>
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    <description>Eine Baustelle im Netz für die ewige Baustelle im Kopf </description>
    <dc:publisher>Insatiable</dc:publisher>
    <dc:creator>Insatiable</dc:creator>
    <dc:date>2005-10-06T11:54:21Z</dc:date>
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    <title>Aufstand des Verstandes</title>
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  <item rdf:about="http://insatiable.twoday.net/stories/1024282/">
    <title>Rezension: &quot;Renaissance der Utopie&quot; von Rudolf Maresch und Florian R&amp;ouml;tzer (Hrsg.)</title> 
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    <description>&lt;img width=&quot;87&quot; height=&quot;140&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;left&quot; align=&quot;left&quot; src=&quot;http://twoday.net/static/insatiable/images/utopie.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;Die modernen Utopien werden ma&amp;szlig;geblich von neuen Technologien und ihren Auswirkungen auf die Lebenswelt der Menschen angetrieben. Die Entwicklungen in der Gentechnik, Medizin, Informationstechniken etc. stellen die Menschheit vor neue Herausforderungen und Fragen, die fr&amp;uuml;here Denker kaum in Betracht ziehen konnten. In diesem Licht erhalten Utopien eine neue Legitimit&amp;auml;t, da sie nun nicht mehr blo&amp;szlig;e Wunschtr&amp;auml;ume ohne Chance auf Verwirklichung bleiben, sondern der Imaginationskraft auf die Spr&amp;uuml;nge helfen k&amp;ouml;nnen, um M&amp;ouml;glichkeiten im Sinne sowohl von Chancen als auch Risiken f&amp;uuml;r die Zukunft zu entdecken und &amp;uuml;ber diese nachzudenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer sich selbst mit Weitblick Gedanken &amp;uuml;ber die Zukunft der Menschheit machen m&amp;ouml;chte, der findet in diesem wunderbaren Band anregende, plausible und alles andere als unrealistische Zukunftsbilder aus der Feder verschiedener namhafter Autoren, unter ihnen auch der k&amp;uuml;rzlich verstorbene Peter Glotz. Hier werden Gegenwartsbefunde in interessanter und glaubw&amp;uuml;rdiger Weise in die Zukunft fortgesponnen und daraus entstehen Skizzen, die teilweise beklemmende, teils auch hoffnungsvolle Fragen aufwerfen. Welche sozialen Auswirkungen h&amp;auml;tte die Erlangung der relativen Unsterblichkeit? Was bleibt &amp;uuml;brig vom Menschen, wie er heute existiert? Werden ganze Bev&amp;ouml;lkerungsschichten in virtuelle Welten abtauchen, da die reale Welt ihnen nichts mehr zu bieten hat und wird man diese Welten &amp;uuml;berhaupt noch auseinanderhalten k&amp;ouml;nnen? Solche und viele andere Fragen kommen dem Leser im Laufe der spannenden Lekt&amp;uuml;re in den Sinn. Viele Antworten m&amp;uuml;ssen noch gefunden werden. Viel Spa&amp;szlig; beim Nachdenken!</description>
    <dc:creator>Insatiable</dc:creator>
    <dc:subject>Buchrezensionen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 Insatiable</dc:rights>
    <dc:date>2005-10-02T11:19:35Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://insatiable.twoday.net/stories/897096/">
    <title>Rezension: &quot;Was zur Wahl steht&quot; von Ulrich Beck</title> 
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    <description>Keine Angst vor gro&amp;szlig;en Namen! Das ist die wichtigste Erfahrung, die ich aus der Lekt&amp;uuml;re dieses Buches mitnehme. Hier schreibt ein &amp;uuml;ber die Grenzen der wissenschaftlichen Gemeinde hinaus bekannter Soziologe. Was bietet er dem Leser?&lt;img width=&quot;98&quot; height=&quot;160&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;left&quot; align=&quot;left&quot; src=&quot;http://twoday.net/static/insatiable/images/beck_wahl2.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer glaubt, in diesem Buch eine Analyse der Wahlprogramme vorzufinden, die die Entscheidung bei der vermutlich bald anstehenden Bundestagswahl erleichtert, wird entt&amp;auml;uscht. Beck hat einen klaren Standpunkt und macht daraus keinen Hehl. Die FDP wird gleich im Vorwort in den ersten S&amp;auml;tzen polemisch abgewatscht (&amp;#8222;F&amp;uuml;r Drei Prozent&amp;#8220;) und dann auf den restlichen ca. 120 Seiten schlicht ignoriert, Angela Merkel bezeichnet er fast durchg&amp;auml;ngig als &amp;#8222;Maggie Merkel&amp;#8220;, ein- oder zweimal seltsamerweise als &amp;#8222;Angelika&amp;#8220;. Die Kritik an Rot-Gr&amp;uuml;n hingegen &amp;uuml;bt er durchaus gelassen und sachlich, lobt die Regierung aber auch und fordert einen neuen sozialdemokratischen Politikentwurf. So viel zur Einordnung des Autors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber schauen wir mal die Inhalte genauer an. Im ersten Teil des Buches versucht Beck eine Analyse der gegenw&amp;auml;rtigen Lage. Erfreulich sind dabei die aktuellen Bez&amp;uuml;ge wie z. B. zum Scheitern der EU-Verfassung sowie Becks Appell an die &amp;Auml;nderungsbereitschaft der Deutschen. Freilich hat seine Analyse ihre T&amp;uuml;cken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schreibt, es habe einen Domino-Effekt in guten Zeiten gegeben (Vollbesch&amp;auml;ftigung, sichere Renten, sprudelnde Steuereinnahmen, Investitionsspielr&amp;auml;ume, die nach seiner Auffassung Vollbesch&amp;auml;ftigung garantieren und so die Renten auch wieder sicher machen) der nun ins Gegenteil verdreht sei, womit der Weg in die von ihm vielbeschworene Risikogesellschaft geebnet w&amp;auml;re. Verantwortlich f&amp;uuml;r die Misere macht Beck u. a. die Gro&amp;szlig;konzerne. Deren Zwangsmittel sei nicht der drohende Einmarsch (wie es Staaten mit ihren Armeen tun), sondern der drohende Nicht-Einmarsch oder ihr drohender Ausmarsch. Nach Jahrtausenden des Mordens klingt diese Art der Politik eigentlich sympathisch, doch Beck kritisiert dies als Erpressungspotenzial der Konzerne. Diese h&amp;auml;tten die M&amp;ouml;glichkeit, stets &amp;#8222;nein&amp;#8220; zu sagen und zwar ohne &amp;ouml;ffentliche Begr&amp;uuml;ndungspflicht. Freilich unterschl&amp;auml;gt er hier, dass Staat und Politik in Deutschland jahrzehntelang leidenschaftlich &amp;#8222;ja&amp;#8220; sagten, wenn es um Investitionen ging. Die absehbaren Folgen wurden den B&amp;uuml;rgern gegen&amp;uuml;ber verschwiegen. Das Ergebnis ist, dass heute manch einer im Wahlkampf zwar gerne wieder &amp;#8222;ja&amp;#8220; sagt, nach der Wahl aber verk&amp;uuml;ndet, fortan nur noch &amp;#8222;nein&amp;#8220; sagen zu k&amp;ouml;nnen &amp;#8211; zum Schaden des Vertrauens in die Demokratie! Diesen Vertrauensverlust der Wirtschaft anzukreiden, ist zu kurz gegriffen. Dabei sei erw&amp;auml;hnt, dass Beck ohnehin nur die Gro&amp;szlig;konzerne in seinem Blickfeld hat, die kleinen und mittelst&amp;auml;ndischen Betriebe spielen in seinen Ausf&amp;uuml;hrungen seltsamerweise keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht ganz ohne Recht h&amp;auml;lt Beck den Lesern das Zukunftsbild einer &amp;#8222;Gesellschaft des Weniger&amp;#8220; im gleichnamigen Kapitel vor Augen, erw&amp;auml;hnt jedoch nicht, dass die Menschen anderswo diese Erfahrungen l&amp;auml;ngst gemacht haben und dennoch nicht untergegangen sind. Er gei&amp;szlig;elt den Begriff der &amp;#8222;Eigenverantwortung&amp;#8220; als &amp;#8222;freiwillige Selbstamputation&amp;#8220;, da man lediglich frei in der Wahl der Selbstbeschneidung gemacht werde. Umso mehr wundert er sich, dass kein kollektiver Aufschrei erfolge. Eine Ursache sieht er darin, dass die meisten Leute (nach seiner Ansicht f&amp;auml;lschlicherweise!) glaubten, ihre Probleme l&amp;ouml;sen zu k&amp;ouml;nnen und nicht abzust&amp;uuml;rzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, nichts ist so schlimm f&amp;uuml;r einen Cassandrarufer, als wenn ihm unverzagte Menschen in die Parade fahren! Mitunter st&amp;ouml;rt mich an diesem Kapitel, dass Beck fast so tut, als habe es fr&amp;uuml;her keine Knappheit gegeben, als h&amp;auml;tten die b&amp;ouml;sen Neoliberalen ein Schlaraffenland zerst&amp;ouml;rt. Dass der Sozialstaat diese Knappheiten durch seine fr&amp;uuml;here Gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gigkeit einfach nur kaschiert haben k&amp;ouml;nnte, scheint Beck keinen Gedanken wert. Freilich hat er Recht, dass das Ende der Verhei&amp;szlig;ungen den Ruf nach einem neuen Autoritarismus laut werden lassen k&amp;ouml;nnte und man sich dieser Gefahr entgegenstellen muss. In Hinblick auf diese Gefahr kritisiert er auch die neue Linkspartei um Oskar Lafontaine und Gregor Gysi mit ihrem &amp;#8222;linksnationalen Sozialstaats-Protektionismus&amp;#8220;.&lt;br /&gt;
Dann wiederum findet sich eine erstaunliche Erkenntnis in Becks Aufsatz: Konsumenten haben eine gro&amp;szlig;e Macht &amp;uuml;ber die Konzerne und verstehen laut Beck immer besser, diese einzusetzen und die Unternehmen damit unter Druck zu bringen. Ist der Markt gar demokratisch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teil II mit dem Titel &amp;#8222;Was tun?&amp;#8220; beginnt verhei&amp;szlig;ungsvoll mit dem Pl&amp;auml;doyer f&amp;uuml;r eine neue Aufkl&amp;auml;rung, in der die Menschen sich vergegenw&amp;auml;rtigen, dass nicht die Globalisierung, sondern das Unverst&amp;auml;ndnis f&amp;uuml;r sie das Problem ist. Politik m&amp;uuml;sse an den Ursachen ansetzen, anstatt die Symptome zu bek&amp;auml;mpfen. Dies habe Rot-Gr&amp;uuml;n nur ungen&amp;uuml;gend beherzigt. Gemeinsame L&amp;ouml;sungen m&amp;uuml;ssten nun auf europ&amp;auml;ischer Ebene gefunden werden. An dieser Stelle lobt Beck trotz seiner offenkundigen Abneigungen gegen die Christdemokraten Helmut Kohl, der es verstanden habe, die Dinge durch die europ&amp;auml;ische Brille zu betrachten. Gerhard Schr&amp;ouml;der hingegen spiele ein gef&amp;auml;hrliches Doppelspiel: der derzeitige Bundeskanzler mache Europa zum Buhmann f&amp;uuml;r den Niedergang Deutschlands, obgleich er selbst an den EU-Gesetzen mitgeschrieben habe. So weit, so gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider hebt Beck den von ihm geforderten &amp;#8222;kosmopolitischen Blick&amp;#8220; derart in den Olymp der Heilslehren, dass jegliche nationale Politik &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssig erscheint. Ein Regierung unter Merkel w&amp;uuml;rde sich Beck zufolge aber haupts&amp;auml;chlich auf nationale Politik konzentrieren. Die Ausblendung der FDP (die er ja schon mit drei Worten im Vorwort abgehandelt hat) wirkt da fast wie ein Kunstgriff, mit dem Beck seiner Warnung vor der Renationalisierung im Falle eines Regierungswechsels wenigstens etwas mehr Plausibilit&amp;auml;t verleihen will. Diesen Vorwurf gegen&amp;uuml;ber Angela Merkel wiederholt er mehrmals, ohne ihn glaubhaft mit Fakten zu unterf&amp;uuml;ttern. Gleiches gilt f&amp;uuml;r seine These, eine Regierung Merkel w&amp;uuml;rde das Scheitern von Rot-Gr&amp;uuml;n noch toppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 10 zum Thema Bildung ist ein Lichtblick in dem ansonsten sehr durchwachsenen Buch, hier spricht mir Beck fast aus der Seele, wenn er die in vieler Hinsicht zweifelhaften Reformbem&amp;uuml;hungen im Hochschulwesen anprangert. Freilich ist aus seiner Sicht wieder einmal der &amp;#8222;Neoliberalismus&amp;#8220; schuldig an der Misere, was Beck wiederum nicht davon abh&amp;auml;lt, Studiengeb&amp;uuml;hren f&amp;uuml;r gerecht zu halten. Wie neoliberal! Dieses Kapitel zeigt zwar recht sch&amp;ouml;n einige zentrale Probleme in der aktuellen Hochschul- und Bildungspolitik auf, die vielen B&amp;uuml;rgern nicht bewusst sind, allerdings ist der Aufruf Becks zu einem &amp;#8222;demokratischen Nein&amp;#8220; bei der anstehenden Wahl zu diesem Thema wenig hilfreich, sind doch praktisch alle Parteien gleicherma&amp;szlig;en in die Hochschulreformen momentaner Auspr&amp;auml;gung involviert (z. B. ist das lange Jahre rot-gr&amp;uuml;n regierte NRW fast eben so lang das Musterland der technokratischen Hochschulreform von oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Was zur Wahl steht&amp;#8220; ist ein mit hei&amp;szlig;er Nadel gestricktes, fehlerbehaftetes Pamphlet aus der Feder eines w&amp;uuml;tenden Soziologen. Zusammenfassend scheint seine d&amp;uuml;rftig untermauerte Empfehlung zu lauten: Rot-Gr&amp;uuml;n ist gescheitert, aber w&amp;auml;hlt sie trotzdem wieder, eine Besserung der Lage w&amp;auml;re ohnehin nur reiner Zufall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egal, welcher Coleur man gewohnheitsm&amp;auml;&amp;szlig;ig zuneigt, mit diesem Rat sollte man sich nicht zufrieden geben.</description>
    <dc:creator>Insatiable</dc:creator>
    <dc:subject>Buchrezensionen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 Insatiable</dc:rights>
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